In einer Zeit des weltweiten Erstarkens extremer Positionen und Angriffen auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung blickt der Verband Digital Humanities im
In einer Zeit des weltweiten Erstarkens extremer Positionen und Angriffen auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung blickt der Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) mit Sorge auf die weltweiten Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit und die damit einhergehenden Angriffe auf Individuen im Wissenschaftssystem.
Der DHd-Verband verfolgt die Entwicklungen aufmerksam und in vollem Bewusstsein, dass dem eine starke wissenschaftspolitische Haltung gegenübergestellt werden muss. Das zeigt insbesondere das „Positionspapier zur Stärkung der Freiheit und Resilienz der Wissenschaften: Orientierungen und Empfehlungen“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2026), das sich unter anderem für eine „solidarischen Unterstützung“ 1 durch zentrale wissenschaftliche Akteure ausspricht.
Ein aktuelles nationales Beispiel sind die im September 2026 stattfindenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Es ist auf Basis aktueller Wahlumfragen2 möglich, dass der durch den Verfassungsschutz des Landes Sachsen-Anhalt als mit „gesichert rechtsextreme Bestrebung[en]“3 eingeordnete Landesverband der Alternative für Deutschland (AfD) mit einem großen Anteil der Stimmen aus der kommenden Wahl hervorgehen wird. In diesem Falle sind für Individuen im Wissenschaftssystem, bestimmte Wissenschaftsfelder, Disziplinen und konsolidierte Forschungsstände sowie die Wissenschaften allgemein Angriffe zu befürchten.4 Diese Annahme basiert auf dem offen durch die AfD kommunizierten Wissenschaftsprogramm, das eine starke politische Steuerung von Studien- und Forschungsinhalten vorsieht.5 Konkret sieht das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt verschiedene Maßnahmen vor, die als Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit, als Ansätze zur Diskreditierung einzelner Forschungsbereiche und damit als Bedrohung der im Grundgesetz verankerten Freiheit der
Wissenschaft gewertet werden können:
Eine solche Wissenschaftspolitik widerspricht nicht nur der Wissenschaftsfreiheit im Allgemeinen, sie widerspricht auch der Satzung des DHd-Verbands, der sich einer Förderung aller Teilhabenden an den Digital Humanities verschrieben hat.6
Diese konkrete Bedrohung soll als Teil weltweiter und nationaler Krisensituationen symptomatisch als Beispiel für bereits erfolgte und drohende Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit stehen – so stehen bald weitere Landtagswahlen mit sich abzeichnenden Mehrheiten für undemokratische Kräfte an und auch über das Gebiet der BRD hinaus ist ein Erstarken undemokratischer Kräfte spürbar.
Die Wissenschaft und ihre Vertreter:innen müssen gemeinsam handeln, um die Wissenschaftsfreiheit zu stärken. Wir rufen daher alle DHd-Mitglieder dazu auf sich diesen Entwicklungen gemeinsam entgegenzustellen. Als Zeichen der Solidarität bietet der DHd-Verband Betroffenen im Wissenschaftssystem bei Unterstützungsbedarf in einer diesbezüglichen Ausnahmesituation Hilfestellungen an (etwa Vernetzungshilfen, Vermittlung von Hilfsangeboten, oder finanzielle Förderung).
Wir laden Betroffene ein, sich unter info@digitalhumanities.de an den Verband zu wenden.
Auch wollen wir den Austausch unter Fachverbänden und Wissenschaftler:innen für die drohende Gefährdungslage unter dem Erstarken undemokratischer Kräfte bzw. undemokratischer Regierungen stärken und gemeinsam Handlungsfelder zur Stärkung sowie Optionen für praktische Solidarität und strukturierte Unterstützung erarbeiten. Daher laden wir Fachgesellschaften ein, sich dieser Initiative als Mitzeichnende anzuschließen und gemeinsame Formate zu etablieren. Bitte melden Sie sich unter info@digitalhumanities.de.
Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum: https://digitalhumanities.de
Der Vorstand
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