
In einem langfristigen Kooperationsprojekt von Österreichischer Nationalbibliothek und Deutschem Literaturarchiv Marbach werden alle bis 1990 entstandenen 75 Notizbücher in einer
Kurzbeschreibung des Projekts
Publikation der Daten zu Textzeugen des altägyptischen Totenbuchs aus dem Akademievorhaben „Altägyptisches Totenbuch“ (1994/2004–2012). Das 2012 veröffentlichte Portal bietet Beschreibungen, Bildmaterial und Bibliografie zu rund 3000 Textzeugen des Totenbuchs, sowie Visualisierungen und Auswertungen zu den Objekten, Totenbuchspüchen und enthaltenen Motiven. Es ist eine zentrale Ressource der internationalen Totenbuchforschung und wird kontinuierlich am CCeH betreut.
Projektinhalt
Zentrale Fragestellung des Totenbuch-Projekts ist die Entwicklung des Totenbuchs, sowohl seiner Texte, seiner Vignetten als auch der Gestaltung der Handschriften als Ganzes. Dazu werden einerseits repräsentative Textzeugen aus den verschiedenen Belegungsperioden, andererseits außergewöhnliche Handschriften, die den vermeintlichen Standards nicht entsprechen, ediert. Der Edition der Totenbuch-Manuskripte dienen die „Handschriften des Altägyptischen Totenbuches“ (HAT), von denen bisher 13 Bände erschienen sind. Die ebenfalls projekteigenen „Studien zum Altägyptischen Totenbuch“ (SAT), von denen bisher 16 Bände existieren, begleiten die Edition durch die Bereitstellung von Hilfsmitteln sowie Einzel- bzw. Überblicksstudien zum Thema. Diese Reihe dient auch als Forum für die internationale Forschergemeinschaft, die etwa ein Drittel der Publikationen beigesteuert hat.
Um signifikante Manuskripte auszuwählen und zu edieren, muss man sich zunächst einen Überblick über das weltweit noch erhaltene Material verschaffen. Für die 18. Dynastie hatte Irmtraut Munro diese in ihrer Dissertation bereits weitgehend gesammelt. Heute umfasst das Archiv etwa 3000 Datensätze von der späten 17. Dynastie bis zur Römerzeit, auf Papyrus, Leinen, Leder, Särgen und Sarkophagen. In der Datenbank sind Schlüsselinformationen und Bildmaterialien über fast alle weltweit noch erhaltenen Quellen des Totenbuchs gesammelt. Wenngleich sicherlich einige verstreute Handschriften noch nicht registriert sind, insbesondere Objekte aus Privatsammlungen, die wir nur bedingt auf Auktionen finden können, ist der aktuelle Bestand annähernd vollständig und sowohl für statistische Auswertungen als auch für Vergleiche ausreichend und repräsentativ.
Damit auch andere Forscher auf diese Daten zugreifen können, ist das Archiv seit März 2012 im Internet öffentlich zugänglich; ein entscheidender wirtschaftlicher Aspekt, denn so entfallen aufwendige Anreisen aus dem In- und Ausland, denn immerhin reicht das Netz der Totenbuchforscher von der Ukraine bis in die USA. Hilfsmittel für diejenigen, die außerhalb des Projekts am Totenbuch interessiert sind zur Verfügung zu stellen, war von Beginn an ein weiteres Anliegen und findet mit der Öffnung des Archivs seinen quantitativen und qualitativen Abschluss. Bestandteil sind nicht nur Daten und Bilder zu den einzelnen Manuskripten, auch die Übersetzungen von Burkhard Backes von Hunderten von Totenbuchsprüchen, die zeitweise ausschließlich von der Datenbank getrennt publiziert waren, sowie die über die 20 Jahre hinweg aufgebaute Literaturdatenbank sind nun miteinander verknüpft.
Auf diese Weise wird passend zum Wissenschaftsjahr der Nachhaltigkeitsforschung garantiert, dass auch über das Projektende hinaus, die Daten verfügbar und nutzbar bleiben, damit andere Projekte und einzelne Forscher mit den gesammelten Informationen und Materialien weiterarbeiten können.
Marcus Müller, Februar 2012
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