
Das Projekt untersucht den öffentlich-schriftlichen Diskurs der Literaturvermittlung an höheren Schulen im 19. Jahrhundert für alle deutschen Staaten – außer
Kurzbeschreibung des Projekts
Die Notizbücher des Literaturnobelpreisträgers Peter Handke bilden einen bedeutenden, noch unveröffentlichten Werkkomplex. In einem langfristigen Kooperationsprojekt von Österreichischer Nationalbibliothek und Deutschem Literaturarchiv Marbach werden alle bis 1990 entstandenen 75 Notizbücher in einer kommentierten digitalen Edition erstmals veröffentlicht und frei zugänglich gemacht. Alle Forschungsdaten werden langzeitarchiviert und für die Nachnutzung und Forschung zur Verfügung gestellt.
Projektinhalt
Die Notizbücher sind Peter Handkes wichtigstes Arbeitsmittel, mit dem er seine Werke vorbereitet oder Lektüren und Reisen vermerkt. Ab 1976 beginnt er in den täglichen Notizen eine „Reportage“ von „Bewusstseins-Ereignissen“ aller Art festzuhalten und erprobt neue ästhetische Verfahren, die zu einer Wende in seiner Poetik führten. Diese konsequente Mitschrift, die auch mit Zeichnungen versehen ist, macht die Notizbücher zu einzigartigen Dokumenten und unverzichtbaren Quellen für die Handke-Forschung. 75 Notizbücher aus dem Zeitraum von 1971 bis 1990 mit insgesamt 10.900 engbeschriebenen Seiten sind in öffentlichen Archiven bereits zugänglich.
Editionsprojekt
Das digitale Editionsprojekt „Peter Handke: Notizbücher“ wird von PD Dr. Bernhard Fetz und Dr. Ulrich von Bülow geleitet. Es wird vom Literaturarchiv und der Abteilung Forschung und Datenservices der Österreichischen Nationalbibliothek sowie vom Deutschen Literaturarchiv Marbach unter der Editionsleitung von Mag. Katharina Pektor von einem siebenköpfigen Team erarbeitet.
Die digitale Edition umfasst die Publikation aller 75 Notizbücher Peter Handkes auf der Editionswebsite https://edition.onb.ac.at/handke-notizbuecher (open access). Diese wird innerhalb der Nachhaltigen Infrastruktur für digitale Editionen an der Österreichischen Nationalbibliothek gehostet und archiviert. Das Editionsprojekt ist als dreiteiliges Langzeitvorhaben angelegt:
Die Notizbücher werden aktuellen Editionsstandards gemäß als philologisch gesicherte, einfach les- und zitierbare sowie am Faksimile überprüfbare Texte mit knapper Kommentierung und Indexierung zur Verfügung gestellt und in einer synoptischen Ansicht von Faksimile, kommentierter diplomatischer Transkription, edierter Lesefassung und TEI-XML-Ansicht gezeigt. Umfassende Überblickskommentare geben einen raschen Einblick in Inhalt und Material und erlauben thematische Einstiege in die einzelnen Notizbücher. Die Vermittlungs- und Erschließungsangebote werden in den Projektphasen 2 und 3 jeweils erweitert und durch neue Inhalte und Itinerare wie etwa eine Suchfunktion oder die Visualisierung von Reiseverläufen ergänzt.
Methoden
Der Workflow kombiniert klassische und digitale Methoden des Edierens: Editionskonzepte, Features und Tools werden vom gesamten Team agil entwickelt und validiert. Die Texte werden in Transkribus transkribiert, wobei ab der zweiten Projektphase maschinelle Unterstützungen wie die Handwritten Text Recognition, und Named Entity Recognition eingesetzt werden sollen. Anschließend werden die Dokumente im Oxygen-Editor aktuellen Codierungsstandards gemäß in TEI-XML codiert und mit Normdaten (GND, VIAF, Wikidata) angereichert. Die TEI-Dokumente werden via GitLab versioniert gespeichert und in die Editionsplattform eingespeist.
Innovation
Die Erstveröffentlichung der Notizbücher ist Voraussetzung für die konsequente Tiefenerschließung und Interpretation von Handkes Werk. Sie ermöglicht neue Fragestellungen und Erkenntnisse zur Poetik, zur Intertextualität seines Schreibens oder zur spezifischen Arbeitsweise und Werkgenese. Hinsichtlich der Codierung und Visualisierung werden auf Basis von Standards und innovativen DH-Forschungsansätzen neue Wege gesucht, z.B. im Umgang mit Zeichnungen, mit den werkgenetisch relevanten Daten oder mit Ortsdaten.
Projektleitung: PD Dr. Bernhard Fetz (Direktor des Literaturarchivs und des Literaturmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek) und Dr. Ulrich von Bülow (Leiter der Abteilung Archiv, Deutsches Literaturarchiv Marbach)
Editionsleitung: Mag. Katharina Pektor
Edition: Dr. Anna Estermann MA, Mag. Johanna Eigner BA
Editionsassistenz: Anja Stix MA MA, Linda Dürrwächter MA, Dominik Denk BA
Editionsinfrastruktur: DI Christoph Steindl BSc (Leitung der Abteilung Forschung und Datenservices, Österreichische Nationalbibliothek), Mag. Martina Bürgermeister MA (Abteilung Forschung und Datenservices, Österreichische Nationalbibliothek)
Externe Mitarbeiter für die Übersetzung fremdsprachiger Textteile und die Transkription stenografierter Textpassagen: Univ. Ass. Dr. Ioannis Fykias (Altgriechisch), Prof. Dr. Anna Montané Forasté (Spanisch), Ana Grigalashvili / Mag. Manuel Zauner (Georgisch), Dr. Helmut Moysich (Italienisch, Französisch), Mag. Martin Springinklee (Steno), Dr. Mag. Dominik Srienc (Slowenisch), Univ. Prof. Dr. Dorothea Weber (Latein).
Ehemalige Mitarbeiter*innen: Dr. Vanessa Hannesschläger (Edition); Mag. Martin Krickl, Mag. Manuela Mayer und Mag. Christiane Fritze (Technische Realisierung, Datenmodellierung)
Wissenschaftlicher Beirat: Peter Stadler MA (Universität Paderborn), Dr. Rüdiger Nutt-Kofoth (Universität Wuppertal), Dr. Tanja Kunz (Universität Bielefeld), Dr. Marit Heuß (Universität Leipzig)
Peter Handke: Notizbücher. Digitale Edition
Österreichische Nationalbibliothek
Deutsches Literaturarchiv Marbach
Katharina Pektor
Editionsleitung
E-Mail: handke-notizbuecher@onb.ac.at
Erfahren Sie mehr unter
edition.onb.ac.at/handke-notizbuecher
Fügen Sie Ihr DH-Forschungsprojekt dem Projektschaufenster hinzu, indem Sie eine kurze Projektbeschreibung über das Webformular einreichen. Geben Sie Projektdaten, eine Kurzbeschreibung, eine Grafik oder Visualisierung sowie eine detaillierte Beschreibung des Projektinhalts mit fachlicher Zuordnung, Adressaten, Mehrwert, Projektverantwortlichen, Finanzierungsinformationen und Laufzeit an.

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