AG Sammlungen als Daten

1. AG-Name

Sammlungen als Daten (SaD) / Collections as Data

2. AG-Arbeitsschwerpunkte

Sammlungen aller Art erfahren verstärkt Aufmerksamkeit in Forschung und Lehre. Oft bleibt das Interesse auf die Herkunftsdisziplin der jeweiligen Sammlung beschränkt, was nicht zuletzt an den unterschiedlichen historischen wie wissenschaftskulturellen, oft sehr heterogenen Sammlungskontexten, Erfassungsständen, Datenstrukturen und Fragestellungen liegt. Im Bibliotheks- oder Archivsektor, sind, befördert durch die relative Homogenität der Sammlungsobjekte, generische und interoperable Standards weitreichend implementiert sind und Rechercheinstrumente wie Verbundkataloge umgesetzt. Dem entgegen stehen Sammlungen, die hoch heterogene Bestände vereinen, etwa in Museen und Universitätssammlungen. Strukturen und Formate fallen hier höchst unterschiedlich aus, übergreifende Standards gehen oft einher mit einem Verzicht auf Detailerschließung, die eine forschungsgeleitete Recherche verhindert.

Es bedarf einer Konsolidierung und Vermittlung an der Schnittstelle zwischen den beteiligten Akteur*innen aus Wissenschaft und Forschung sowie den GLAM-Einrichtungen (Galleries, Libraries, Archives, Museums). Genau hier möchte die Arbeitsgruppe ansetzen, indem sie sparten-, material- und formatübergreifende Sammlungsdaten als integralen Bestandteil einer datenbasierten Forschungskultur begreift, die Infrastrukturen, Kompetenzen, Methoden und Inhalte gleichermaßen umfasst. Als Leitbild diesen die Empfehlungen zu wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinfrastrukturen (2011) des Wissenschaftsrates sowie das Vancouver Statement on Collections as Data (2023).

Die Arbeitsschwerpunkte der AG liegen in den technischen und methodischen Aspekten der Arbeit mit und für Sammlungen. Dabei wird sowohl die Seite der Sammlungsbetreiber*innen betrachtet als auch die Perspektive der Sammlungsnutzer*innen aus Forschung und Wissenschaft eingenommen.

3. AG-Ziele

Die Arbeitsgruppe hat das Ziel, sowohl innerhalb der sammelnden Institutionen als auch innerhalb der Digital Humanities das Bewusstsein zu entwickeln, sowohl Sammlungen auch als Forschungsdaten zu verstehen als auch Forschungsdaten als integraler Bestandteil von Sammlungen zu begreifen. Die AG will in der digitalen Forschung das Bewusstsein für den Wert von Sammlungsdaten schärfen, Zugriffsmöglichkeiten auf die Daten aufzeigen und Best Practices zum wissenschaftlichen Umgang mit Sammlungsdaten erarbeiten. Des Weiteren will sie Einrichtungen des GLAM-Sektors dazu anregen, Aufbau und Vermittlung ihrer digitalen Bestände sparten- und materialübergreifend zu planen, und zwar auch mit Blick auf die Bedarfe einer
forschenden Nachnutzung.

Die AG möchte sich insbesondere der Frage nach dem in Sammlungsdaten vorhandenen Erkenntnispotential widmen und Wege erarbeiten, wie dieses Potenzial entwickelt und genutzt werden kann. Entsprechend dem Stand der Digitalität der hier angesprochenen Sammlungen fokussiert die AG insbesondere die Themen der Auffindbarkeit und Zugänglichkeit, Strategien der Qualitätssteigerung sowie Schnittstellen und Formate zur (maschinellen) Nachnutzung. Diese Ziele sollen durch Vernetzung relevanter Stakeholder, durch Aufbereitung oder Zusammenstellung relevanter Materialien, Begleitung einschlägiger Forschungsprojekte, Ermöglichung spartenübergreifender Kooperationen und eigene Forschungsinitiativen erreicht werden. Davon ausgehend soll anhand aussagekräftiger Fallbeispiele aus Forschung und Lehre das in den Daten schlummernde Potenzial für die verschiedenen Fachgemeinschaften zugänglich gemacht und dokumentiert werden.

4. AG-URL (extern)

https://dhd-ag-collections.github.io/

5. AG-Publikationen/Working Papers

Dinger, Patrick; Gerber, Anja; Gnyp, Anna; von Hagel, Frank; Hohmann, Georg; Krause, Celia, Wagner, Sarah; Winkler, Alexander (2026): Sammlungsdaten als Forschungsdaten in den Digital Humanities. In: DHd 2026. Book of Abstracts, S. 69-74, 10.5281/zenodo.18702753

6. AG-Kontakt

Convenor

Georg Hohmann
Leitung „Deutsches Museum Digtal“

Deutsches Museum
Museumsinsel 1, 80538 München
g.hohmann@deutsches-museum.de

Co-Convenor
Alexander Winkler
Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS)
c/o Zuse Institute Berlin, Takustraße 7, 14195 Berlin
winkler@zib.de

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